Wie entsteht sie?
Jede Hirnerkrankung oder unfallbedingte Hirnschädigung kann zur Epilepsie führen. Stoffwechsel-Störungen, Infektionen, Hirnverletzungen, Durchblutungsstörungen, Tumore und deren Operationen können Auslöser von Anfällen sein. Bei Kleinkindern können Anfälle durch Erkrankung der Mutter während der Schwangerschaft, wie auch bei Sauerstoffmangel bei der Geburt usw. entstehen.

Was ist sie?
Durch Krankheit oder Unfall kommt es zur Aktivierung von Hirnzellen, die sich plötzlich entladen und so auch gesunde Zellen mitziehen, denen sie den abnormen Rhythmus einfach aufdiktieren. Es kommt zum Anfall. Es ist wichtig zu wissen, dass Epilepsie keine Geisteskrankheit ist.

Jeder kann helfen
Bringen Sie den Kranken aus etwelchen Gefahrenzonen. Legen Sie ihn auf die Seite und schieben Sie ihm etwas Weiches unter den Kopf, damit es während des Anfalles zu keiner Verletzung kommt. Bleiben Sie ruhig, denn schon nach wenigen Minuten wird alles vorbei sein.

Wann muss die Sanität gerufen werden?
Nur bei körperlicher Verletzung oder wenn der Anfall länger als zehn Minuten dauert. Meistens ist der Betroffene nach einer kurzen Erholungszeit soweit in Ordnung, dass er selber die nötigen Vorkehrungen treffen kann. Viele Epileptiker tragen einen SOS-Ausweis auf sich. Halskette, Armkette mit SOS-Anhänger.

Die Behandlung
Behandelt wird Epilepsie meistens mit Tabletten. Es gibt viele Anfallskranke, die durch Medikamente so gut eingestellt werden, dass sie anfallfrei leben und dadurch ihren Beruf ohne Schwierigkeiten ausüben können.

Diesen gegenüber
steht aber eine Gruppe weniger Glücklicher. Ihre Epilepsie lässt sich mit Medikamenten nicht richtig in den Griff bekommen. Leider kommt es immer wieder in unregelmässigen Abständen zu Anfällen. Diese Patienten brauchen unsere besondere Hilfe, denn ihre Krankheit bereitet so viele Schwierigkeiten, dass sie oft nicht einmal mit ihren Angehörigen darüber sprechen wollen, weil sie ihre Mitmenschen nicht belasten möchten.

Probleme
Als Erwachsene erkrankt, oder Unfallpatienten, haben Epilepsiekranke häufig Probleme mit dem Ehepartner, der Familie; Jugendliche haben es schwer, Lehrstellen zu finden. Sie stehen vor der Frage: ”Soll ich meine Krankheit verschweigen und so alle Risiken alleine tragen, oder muss ich arbeitslos bleiben?” Nicht jeder Epileptiker findet einen Platz in einer geschützten Werkstätte.

Was bieten Selbsthilfegruppen?
Unser grösstes Anliegen ist es, uns mit Epilepsiekranken regelmässig zu treffen, damit wir uns gegenseitig aussprechen können. Wir machen einander Mut, und wenn nötig bieten wir einander Hilfe an. Wir versuchen die Öffentlichkeit und verschiedene Ämter auf Ungerechtigkeiten und Härten aufmerksam zu machen. Zusammen mit Ärzten probieren wir, Verständnis für unsere Krankheit bei unseren Mitmenschen zu wecken. Aber auch den gemütlichen Teil pflegen wir. Ausflüge und Wanderungen lockern unser Programm auf. Manchmal basteln wir Gegenstände, die wir gerne verkaufen, um die Gruppenkasse zu füllen. Wir unternehmen auch Reisen ins Ausland.